Thurgauer Zeitung vom Donnerstag, 17. Oktober 2002, Ressort Kreuzlingen
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Die Qual der Wahl: Susann Basler beim Sichten von Farbvergrösserungen, die sie für die Ausstellung im Kreuzlinger Rathaus vorgesehen hat. Bild: Herbert-E. Probst

 
Der kunterbunte Alltag in tollen Bildern
 
Einen Streifzug durch 32 Monate Pressefotografie im Thurgau zeigt TZ-Bildredaktorin Susann Basler an diesem Wochenende im Rathaus.
 
Kreuzlingen - «Ich sehe immer und überall Bilder», sagt Susann Basler. Und der gelernten Fotografin und Mutter von drei erwachsenen Kindern war es schon immer ein Anliegen, möglichst viele Menschen an diesen Bildern teilhaben zu lassen. Im Fotostudio mit exakt kontrollierbaren Licht- und Arbeitsverhältnissen wurde es der gebürtigen Zürcherin, die heute in Kreuzlingen lebt, deshalb schnell zu langweilig.
 
«Mich interessieren die Menschen und ihr Alltag», beschreibt die engagierte Fotografin ihre Lieblingsmotive. Und ihr eigener Alltag würde eben darin bestehen, Bilder für die Thurgauer Zeitung zu machen. Doch ganz so einfach ist es natürlich nicht. Denn selbst flüchtigen Betrachtern ihrer Fotografien fällt auf, dass sie es irgendwie immer wieder schafft, selbst den bekanntesten Sujets ganz andere Seiten abzugewinnen. Dass diese Jagd nach «neuen Sichtweisen» nicht zum Selbstzweck wird, sorgt ihr rigoroses Beharren auf Realität: «Für mich ist wichtig, dass die Fotos ehrlich sind.» Leider gibt es in der sehr zeitkritischen Produktion einer Tageszeitung nicht immer genug Musse, um solange warten zu können bis sich die «richtige» Szene von selbst ergibt. Aber selbst wenn sie ein Bild ein wenig arrangieren muss, wird sich nichts darauf finden, was sich nicht kurz zuvor ereignet hat oder in wenigen Minuten passieren wird - wenn sie bereits schon zum nächsten Termin hetzt.
 
Reaktionen erhofft
 
Der Reiz an der Ausstellung im Rathaus besteht für Susann Basler in erster Linie im Kontakt zu den Besucherinnen und Besuchern: «Ich schaffe für die Zeitung und mache Bilder für alle ihre Leser.» Deshalb ist sie so gespannt auf möglichst viele Reaktionen und wird während der Ausstellung ständig anwesend sein. Sie erwartet selbstverständlich auch Kritik und will Fragen beantworten, diskutieren und erklären. Denn ihre Bilder erzählen Geschichten und existieren auch noch weiter, wenn die Zeitung längst im Altpapier gelandet ist.
 
Die Ausstellung im Rathaus ist am Samstag, 19. Oktober von 16 bis 21 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.